Über Arne

Hi,Arne_0113

mein Name ist Arne Tempel und ich danke dir, dass du dir die Zeit nimmst, das hier zu lesen. Allein dadurch weiß ich, dass du es wahrscheinlich ernst meinst. Dass du wirklich etwas an deinem Leben ändern willst. Dass du keine Lust mehr hast, dir die vielen schönen Momente deines Lebens von den Auswirkungen deiner Depression versauen zu lassen.

Und glaub mir, ich kenne diese Auswirkungen nur zu gut…

Ich war vor mittlerweile bald sieben Jahren selbst tief depressiv. Ich war ständig am Grübeln, hatte NULL Selbstbewusstsein, habe mich selbst in großen Menschengruppen extrem einsam gefühlt und war so sensibel, dass mich jede Kritik oder Beleidigung innerlich zerrissen hat. An eine halbwegs angemessene oder vielleicht sogar intelligente, schlagfertige Antwort war überhaupt nicht zu denken. Ich hatte das Gefühl, keine Macht über mein Leben zu haben, ich dachte, bestimmte Menschen zu “brauchen”, damit es mir endlich besser geht und wenn ich alleine war, ging es mir plötzlich immer schlechter, egal wie gut es mir gerade eben noch ging. In diesem großen Wirrwarr aus nie endenden Gedanken und niederschmetternden Gefühlen habe ich mich irgendwann nur noch komplett leer gefühlt, wie eine Hülle, die anscheinend nie das zu bieten hatte, was eigentlich drin sein müsste.

Ich stand ein paar Mal nur wenige Zentimeter vor der Klippe und habe es im Grunde nur einer Aufeinanderfolge von glücklichen Zufällen zu verdanken, dass ich den letzten Schritt nie gegangen bin, der mein Leben viel zu früh beendet hätte… Das war vor sieben Jahren…

Heute bin ich hier, um dir zu zeigen:

ES GEHT AUCH ANDERS!

Das Gefühl, dass es wahrscheinlich immer so bleiben wird, lügt dich an! Depression ist NICHT unheilbar, auch wenn das oft behauptet wird. Ich glaube zwar, dass diese Leute das Richtige meinen, aber es irgendwie unglücklich ausdrücken. Dieses tiefe, niederschmetternde Gefühl, das du während deiner Depression oft fühlst, du weißt schon, dieses Gefühl, dass einfach alles keinen Sinn hat, weil sich ja doch nichts ändert… dieses Gefühl wird dich noch oft im Leben begleiten. ABER:

Wenn du weißt, wie du mit diesem emotionalen Tief umgehen musst, dann wird es nicht mehr sein, als nur eine kleine Ablenkung von ein paar Tagen…

…UND DANACH WIRST DU DICH MIT JEDEM MAL NOCH STÄRKER, NOCH SELBSTBEWUSSTER, NOCH GLÜCKLICHER UND OPTIMISTISCHER FÜHLEN, ALS VORHER.

Heute GENIESSE ich mein Leben aufs Vollste. Ja, ich genieße sogar die Zeiten, in denen mir das Leben völlig unerwartet das Bein stellt. Zeiten, in denen man sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen möchte, in denen man noch nicht sieht, wie es weitergehen soll und vor allem nicht, wohin. Ich liebe es, so vom Leben herausgefordert zu werden, denn dank der Techniken, die ich dir im Depressions-Coach vorstellen werde, habe ich die GEWISSHEIT, dass es mir am Ende immer noch besser gehen wird als vorher. Das wäre vor sieben Jahren nie vorstellbar gewesen. Veränderungen waren für mich unvorstellbar! Ich wollte zwar, dass sich etwas verändert, aber ich hatte nie den Mut oder das Durchhaltevermögen, etwas richtig anzupacken. Beziehungsweise wusste ich meistens nicht mal, WAS sich genau verändern sollte.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Ich weiß jetzt, wie man mit schlechten Zeiten umgeht. Mit belastenden Gefühlen. Mit nie endenen Gedankenkarussellen. Mit unvorhergesehenen Veränderungen und schwierigen Situationen. Ich habe herausgefunden, wie man dem Teufelskreis der Depression entkommt und vor allem: wie man nicht ständig wieder hineinrutscht.

Schlechte Zeiten kommen immer. Doch sie müssen dich nicht immer innerlich lähmen. “Jede Krise ist eine Chance” ist zwar eine viel zu oft gebrauchte Binsenweisheit, doch sie kann auch für dich Realität werden, wenn du weißt, wie du mit den Krisen in deinem Leben genau umgehen musst.

Und jetzt bin ich hier, um dir zu zeigen, wie du das konkret schaffen kannst. Ich habe dabei nicht nur die Methoden in den Depressions-Coach gepackt, die mir selbst geholfen haben, sondern ich habe die letzten sechs Jahre damit verbracht herauszufinden, was auch anderen ehemals-Depressiven geholfen hat und WARUM diese Techniken so wirksam waren. Das Ergebnis sind nun ein Selbsthilfe-Programm und ein Online-Kurs, die dir helfen sollen, deine Depression zu verstehen, sie zu überwinden und dich vor Rückschlägen zu schützen.

Ich hoffe, ich sehe auch dich gleich im Mitgliederbereich!

Alles Liebe,

Unterschrift_Arne

PS: Ich schicke jeden Donnerstag einen Newsletter an meine Abonnenten, in dem ich immer wieder einen kleinen Motivationsschub geben und zusätzliche Wege zum Glück erforschen möchte.

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Hier unten hast du jetzt die Möglichkeit, dir drei meiner bisher persönlichsten Newsletter einmal durchzulesen. Viel Spaß dabei!

Alter Schwede… die letzten 7 Tage waren eine Achterbahnfahrt…

Erstmal DANKE für die vielen Antworten auf meine Umfrage von letzter Woche! Ich habe damit eine wirklich tolle Einsicht in euer Leben und die Themen, bei denen ihr nicht weiter wisst, bekommen. Auf eine Frage, die besonders oft kam (Wie gehe ich am besten mit depressiven Angehörigen um?) gehe ich hier am Ende dieser Email gleich ein.

Und damit komme ich schon zu dieser unglaublich lehrreichen Woche, in der ich einige Dinge endlich tief in mir drin verstanden habe, die ich als reine Fakten eigentlich schon vorher wusste.

Kennst du diese Momente, in denen du realisierst, dass schon wieder ein ganzes Jahr vorbei ist… aber irgendwie gar nicht verstehst, wie das so schnell passieren konnte? Du hast einerseits das Gefühl, dass du in diesen 12 Monaten um 10 Jahre gealtert bist, aber gleichzeitig war diese Zeit so unglaublich schnell vorbei. Aber vielleicht geht das auch nur mir so…

Jedenfalls hatte ich so eine WOCHE. Es sind nur 7 Tage vergangen, es fühlt sich an, als wäre der letzte Donnerstag erst gestern gewesen, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass sich ein gesamtes Jahr an Erfahrung in diese eine Woche gezwängt hat. Was das alles war? Lies:

1. Wenn du anfängst, ECHT zu leben, dann veränderst du dich… wahnsinnig!

Depressionen, Burnout und eigentlich jedes niederschmetternde Tief haben fast immer einen Auslöser, vielleicht hast du das schon am eigenen Leib erfahren. Vor allem wenn du Erfahrungen mit Depression gemacht hast, erinnerst du dich sicher noch an den Auslöser. Prüfungszeit, Geburt, Liebeskummer, Kündigung,… die mögliche Liste ist unendlich lang.

Habe ich dir den Auslöser meiner Depression von damals eigentlich schon erzählt? Wenn nicht, hier ist er. Bitte beachte: “Auslöser”. Nicht “Grund”.

Es war meine damalige “beste Freundin”, in die ich verliebt war. Wie jeder Mann weiß: Horror! Warum? Weil du weißt, du kannst sie nicht haben (in der Friendzone gibt es nunmal keine Leidenschaft…), aber trotzdem ist sie ständig präsent und mehr als das: sie ist auch noch nett und verständnisvoll zu dir. So ein Mist!

Ja, dieses Mädchen hatte damals unfreiwillig eine Lawine in meinem Inneren losgetreten, die mein gesamtes Leben entscheidend verändern sollte. Selbst als ich meine Depression überwunden hatte, hat mich der bloße Gedanke an die Anwesenheit dieser Frau für einen kurzen Moment gleichzeitig wohlig verliebt, aber auch vollkommen machtlos und sogar etwas leer fühlen lassen. Die Gefühle, die ich damals ständig hatte.

Jetzt hatte ich sie ein paar Jahre lang nicht gesehen und auch keine Gedanken an sie verschwendet. Aber letztes Wochenende war ich in der Heimat und wen treffe ich da? Ein Kopf kleiner als ich, lange braune Haare, immer noch ein umwerfendes Lächeln und sie stand genau vor mir.

Ich bin innerlich erstarrt. Instinktiv kam der Gedanke: “Oh nein, gleich fühle ich mich wieder scheiße und das Gespräch wird absolut seltsam!”.

Und weißt du, was dann passiert ist?

Nichts.

Wir standen da, haben uns unterhalten, miteinander gelacht und ich habe nicht einmal versucht, sie nicht so unendlich attraktiv und absolut liebenswert zu finden, wie sie es schon immer war und bis heute geblieben ist. Ich war innerlich völlig ruhig und gelassen. Und das, obwohl ich vor nur 7 Jahren noch zusammen mit meinem Kumpel Jay heulend einen Song über sie geschrieben habe, der mir heute noch einen Schauer über den Rücken jagt, wenn ich ihn höre.

Dieser Auslöser meiner Depression, der Anker meines depressiven Gefühlschaos, lässt mich heute absolut kalt. Wenn mir das jemand vor 7 Jahren gesagt hätte, hätte ich das nicht geglaubt. Es war unvorstellbar für mich, dass aus mir jemals dieser innerlich ruhige, lebensfrohe und vor allem optimistische Typ werden würde, der ich heute bin.

Und das alles nur, weil ich angefangen habe, mein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Wie ich es damals aus der Depression heraus geschafft habe, gebe ich jetzt im Depressions-Coach weiter und ich freue mich immer wieder über die neuen Rückmeldungen von den Leuten, die den Kurs schon gemacht haben. Danke für euer Vertrauen und ich bin verdammt stolz auf euch!

Fazit: Veränderung passiert nicht einfach so. Sie muss von DIR begonnen werden… Aber sie lohnt sich! Ich bin der lebende Beweis dafür. In nur wenigen Jahren kann sich dein Leben komplett zum Besseren verändern.

2. Vergebung ist hart. Aber sie ist die Mühe wert.

Da dieses Wochenende Weinfest in Meißen (meiner alten Heimat) war, habe ich nicht nur meine alte beste Freundin, sondern auch jede Menge alter Schulkameraden wiedergesehen. Da ich in der Schule lange Zeit gemobbt wurde, gab es natürlich jede Menge Frust, den ich mit mir herumgeschleppt habe. Immer, wenn ich bestimmte Personen gesehen habe, musste ich tief durchatmen und mich zusammenreißen, ihnen nicht ständig schnippische Kommentare entgegenzuwerfen. Alles, was sie gesagt haben, hat mich irgendwie aufgeregt. Ich nehme an, das kennst du auch… bei manchen Menschen bekommst du völlig automatisch Gedanken wie eine zickige kleine Göre…

Die letzten Jahre habe ich aber damit verbracht, herauszufinden, WARUM ich bestimmten Menschen gegenüber immer noch so einen Frust verspüre. Ich habe hinterfragt, wo meine Gefühle herkommen und warum sie dieser Jemand immer wieder bei mir auslöst.

Das hat sich gelohnt, denn heute kann ich in Gegenwart dieser Leute ruhig bleiben und muss mich dabei noch nichtmal anstrengen. Die einstigen bösen und verurteilenden Gedanken sind einer inneren Ruhe und einem ehrlichen Verständnis gewichen. Das fühlt sich tausend Mal besser an, als der Frust, den ich vorher hatte.

Das Gegenteil habe ich aber bei einigen alten Schulkameraden gesehen. Sie maulen sich gegenseitig passiv-aggressiv an, werfen sich wohlüberlegte Argumente und dämliche Kommentare an den Kopf, einer versucht “erwachsener” zu wirken als der Andere und am Ende gehen beide geknickt aus der Situation heraus. Nach außen hin gefasst, beinahe arrogant, aber innerlich zerstört.

Und warum? Weil sie noch nicht bereit sind, ihren Stolz herunterzuschlucken und anzuerkennen, dass es keinen Sinn hat, sich vor jemandem profilieren zu wollen. Denk nur an all die potenziell schönen Momente und die frustrierten Stunden nachher, die dir verloren gehen, nur weil du dich über Menschen aufregst, die eigentlich selbst auch keine Ahnung haben, was sie tun und (GENAU WIE DU UND ICH) doch nur so angenommen und geliebt werden wollen, wie sie sind.

Wo hast DU denn noch ungeklärte Konflikte mit alten Freunden, Ex-Partnern oder Familienmitgliedern? Vielleicht wird es an der Zeit, einmal herauszufinden, WARUM sie das tun, was sie tun? Vielleicht erkennst du ja, dass sie oftmals nicht viel anders sind als du…

3. Du kannst einem depressiven Angehörigen nicht helfen (jedenfalls nicht so, wie du es bis jetzt versucht hast)

Hast du jemanden in deinem Bekannten-/ Verwandtenkreis, der depressiv ist? Ich rede hier übrigens speziell von nahestehenden Personen, wie Freunden, Partnern oder Familienmitgliedern.

Vielleicht bist du selbst nicht depressiv und hast 100 gute Ratschläge, weil du ja ganz genau weißt, was er oder sie (ich bleibe der Einfachheit halber ab jetzt bei “er”) machen müsste, um nicht mehr so unglücklich zu sein. Du siehst, wie er sich verhält, weißt in ungefähr, wie er sich fühlt und erkennst von außen auch die Gründe dafür.

Vielleicht hast du auch selbst Erfahrungen mit Depression und möchtest ihm gerne mit deinen Erfahrungen helfen. Du weißt, was DIR gut tut und willst ihm das mit auf den Weg geben. Manchmal würdest du ihn auch am liebsten zu seinem Glück zwingen, ihn einfach mitreißen, weil es dich regelrecht aufregt, dass er nicht aus seinen Fehlern lernt.

Aber all das wird nicht funktionieren. Und das hat 2 Gründe.

Grund Nr. 1:

Das eigentliche Problem in dieser Situation hat nicht dein depressiver Angehöriger. Wenn du dich in der Gegenwart deines depressiven Angehörigen wirklich schlecht oder hilflos fühlst, wenn du ihm NICHT hilfst, dann ist das nicht sein Problem, sondern deines. Punkt.

Es ist hart, aber wahr. Dieses Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit gegenüber Menschen, die Hilfe benötigen, dieser Drang, das Leben des Anderen besser zu machen, ist DEIN Problem. Mach es nicht zum Problem deines Angehörigen, indem du ihm mit guten Ratschlägen helfen willst, die er (seien wir ehrlich) sowieso nicht befolgen wird. (Zumindest im Fall von Depressionen. Menschen, die einfach nur mal frustriert sind, können Hilfe meistens etwas besser annehmen)

Was du dagegen tun kannst:

Meditiere. Sorge dafür, dass du DEIN Leben in den Griff bekommst. Fühle deine eigenen Gefühle, anstatt mit anderen mitzuleiden. Schreibe deine Gedanken auf und lies sie dir danach nochmal durch. Oft erkennst du dadurch, dass sie eigentlich totaler Schwachsinn sind (Sind sie übrigens nicht nur bei dir. Ich könnte haufenweise Container mit alten beschriebenen Blättern von mir füllen, die Gedanken enthalten, für die ich mich selbst jahrelang in die Gummizelle gesteckt hätte…). Du brauchst auch mal eine Auszeit vom Einfluss deines Angehörigen, deswegen stelle sicher, dass du dir regelmäßig Zeit für dich nimmst. Auch, wenn der Andere gerade “eigentlich deine Hilfe braucht”.

Es weiß es ist hart. Aber versuch es. Und dann versuch es weiter. Und weiter…

Grund Nr. 2:

Es ist nicht deine Aufgabe, deinem Angehörigen aktiv aus der Depression heraus zu helfen. Warum? Ganz einfach. Wenn du selbst Erfahrungen mit Depressionen hast (oder sogar gerade jetzt depressiv bist), dann weißt du es ja schon:

Man möchte einfach nur so angenommen werden, wie man ist. BESONDERS VON SEINEN ENGSTEN ANGEHÖRIGEN!

Jemandem unbedingt helfen zu wollen, heißt, ihn verändern zu wollen.

Jemanden verändern zu wollen, heißt, dass man ihn nicht so annehmen kann, wie er ist.

Du kannst jemandem nur dann aktiv und mit Ratschlägen helfen, wenn er mit dieser Bitte aus eigenem Antrieb an dich herantritt. Solange er dazu aber noch nicht bereit ist:

Zeige ihm, dass du bei ihm bist, auch wenn es manchmal schwierig ist. Versuche, herauszufinden, warum er sich so fühlt, wie er sich fühlt. Stelle ihm Fragen, wie es ihm geht, auch wenn sich die Antworten immer zu wiederholen scheinen. Und ganz wichtig: Lass es zu, dass seine Antworten in deinen (und irgendwann auch in seinen) Augen manchmal KEINEN SINN MACHEN! Das ist nunmal so, wenn der Kopf mit niederschmetternden Gedanken und scheinbar unendlichen Problemen vollgestopft ist.

Stelle ihm Fragen, aber verurteile ihn nicht, wenn du den Zusammenhang hinter seinen Antworten nicht verstehst. Verurteile ihn nicht, wenn er deine Versuche, an ihn heranzutreten, gerade nicht annehmen will. Vielleicht KANN er es gerade einfach nicht.

Behandle ihn nicht wie ein kleines Kind, nur weil es ihm schlecht geht. Übertriebene Fürsorglichkeit kann nicht nur unglaublich nervig, sondern auch niederschmetternd sein. Oder fühlst du dich wertgeschätzt und bestärkt, wenn dich jemand wie ein kleines naives und hilfloses Kind behandelt? Sei so natürlich und ehrlich wie möglich, aber auch verständnisvoll. Rechne damit, dass er manchmal im ersten Moment kein Verständnis für deine Ehrlichkeit haben wird.

“Und wie gehe ich mit Selbstmordgedanken von ihm um?”

Ja, das kann einen ganz schön fertig machen. Du merkst, dass etwas nicht in Ordnung ist, und hast Angst, dass er sich etwas antut. Gleichzeitig willst du ihn aber auch nicht drängen oder ihm einen Floh ins Ohr setzen, der vorher noch nicht da war. Also, was tun? Ganz einfach: Sprich es an.

Warum? Weil er dann mit diesen Gedanken nicht mehr allein ist, die er MIT SICHERHEIT schon hatte. Er merkt (vielleicht auch erstmal nur unbewusst), dass sich Andere um ihn sorgen und dass dieses Tabuthema offen zum reden auf dem Tisch liegt. “Bellende Hunde beißen nicht” oder so ähnlich… Aber ganz wichtig: Nimm seine Gedanken ERNST! Mach dich nicht in seiner Gegenwart darüber lustig, reiße keine Witze darüber, um die Stimmung aufzulockern. Zeige ihm, dass du Angst hast, dass er sich etwas antut. Das fühlt sich für die meisten Betroffenen sehr gut an, da du damit einen Gegenbeweis gegen ihre abwertenden Gedanken über sich selbst erbracht hast.

Akzeptiere ihn so, wie er ist. Wenn du das (noch) nicht kannst, dann finde heraus, wo der Ursprung deiner Gefühle in diesen Momenten liegt. Lerne, dich im Angesicht seines, oft die Richtung wechselnden, Gefühlssturmes trotzdem zu entspannen. Bleib bei dir, nimm seine Ausbrüche nicht persönlich.

Denn damit gibst du ihm ein sicheres Gefühl. Das Gefühl, dass er so, wie er gerade ist, völlig in Ordnung ist. Erst DANN hat er die Chance, sich selbst zu helfen. Wenn der Sturm draußen am heftigsten weht, ist man am dankbarsten für die stillen, warmen Orte, die einem noch bleiben.

Lerne, dieser stille, warme Ort für dich selbst zu sein. Und dann gib diese Wärme an Andere weiter. Das ist die beste Art, wie du einem depressiven Angehörigen tatsächlich helfen kannst.

Alles Liebe,

dein Arne

Eine Gemeinsamkeit vieler Betroffener, die die Heilung bei chronischen Depressionen verhindert

(Ich rate dazu, diesen Text bis zum Schluss durchzulesen, sonst könnten manche Passagen in der Mitte zu schwerwiegenden Missverständnissen führen.)

Warum schaffen es manche Menschen, Depressionen nach 1-2 Jahren endgültig zu besiegen, während andere zum Teil über Jahrzehnte hinweg darunter leiden? Was macht den Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Erfolgen?

Eine Frage, die ich in letzter Zeit immer häufiger gestellt bekomme, ist “Wie hast du es eigentlich geschafft, deine Depression zu besiegen? Mit Therapie? Antidepressiva? Entspannungsmethoden? Viel Bewegung? Was hast du gemacht?”

Ich weiß immer nicht so richtig, wie ich darauf antworten soll. Denn meine Antwort könnte auf 100 verschiedene Punkte eingehen, die mir aber im Grunde genommen erst später aufgefallen sind, nämlich als ich schon gesund war.

Ich bin keinem Schritt-für-Schritt-Plan gefolgt, habe ihn Punkt für Punkt abgearbeitet und war nach dem letzten Punkt geheilt. Vielleicht gibt es so einen Plan irgendwann einmal, aber im Moment sieht der Weg aus der Depression heraus einfach folgendermaßen aus: Höre nie auf.

Ich weiß, dass ich mit Suizidgedanken nicht der einzige war. Wenn wir ehrlich sind, hat JEDER, der an Depressionen leidet manchmal Selbstmordgedanken. Zum Glück bleiben es bei den allermeisten Menschen nur Gedanken und werden zu keiner tatsächlichen Handlung, aber diese Gedanken sind halt da. Besonders in den schweren Zeiten, wenn mal wieder alles zusammenfällt und man keinen Ausweg mehr vor Augen sieht, kann der Gedanke daran, das Leben frühzeitig zu beenden, schon sehr verlockend wirken.

Aber wenn wir ganz ehrlich sind, ist diese Verlockung auch schnell wieder vorbei. Denn man würde schon eine ganze Menge verpassen, oder nicht? Depression… die sollte nicht das Ende sein. Sogar der Tod durch einen Schusswechsel mit der russischen Mafia oder Herzversagen sieht verlockender aus, denn dann stirbt man wenigstens, während man LEBT, anstatt dem Leben in einer schwierigen Phase einfach aus dem Weg zu gehen.

Ja, ich fand mich unheimlich feige, als ich nach stundenlangem Hin und Her wieder von der Klippe zurückgetreten bin. Zumal ich mit der hundertprozentigen Sicherheit auf den Berg gestiegen bin, dass ich es wirklich tue. “Nichtmal DAS traust du dich!” habe ich mir gesagt. “Außer Jammern kannst du auch nichts, oder?”

Im Nachhinein betrachtet war die tatsächliche Feigheit aber eher der Versuch, es wirklich zu tun. Ich wollte mich meinem Leben nicht mehr stellen, sondern ihm aus dem Weg gehen, weil ich glaubte, zu wertlos zu sein, um ein glückliches Leben zu verdienen. Naja, ich hatte ehrlich gesagt eher das GEFÜHL, dass ich wertlos wäre und es war halt nur das: ein Gefühl. Keine Realität. Auch, wenn es sich oft sehr real angefühlt hat.

Mit Gefühlen kann man umgehen lernen. Man kann sie hinterfragen oder sie in Entspannungsmethoden auflösen. Oder man kann sie verdrängen, indem man sich mit Freunden trifft, schöne Musik hört oder motivierende Filme schaut.

Aber, wenn du betroffen bist wirst du das kennen, irgendwann kommt dieses Gefühl wieder. Es scheint einfach nicht wegzugehen.

 

Also wie zur Hölle setzt man dem Ganzen dann ein Ende???

 

Damit komme ich zurück zur Anfangsfrage:

 

Wie habe ich es eigentlich geschafft, meine Depression zu besiegen?

Auch, wenn ich viel dazu sagen könnte, wie man mit depressiven Gedankenkarussellen und negativen Gefühlsspiralen umgeht, ist das “Geheimnis” meiner Heilung am Ende wahrscheinlich ein anderes.

Der Fehler, den die meisten Depressiven machen

Was tust du, wenn du eine Grippe hast? Gehst du arbeiten, Sport treiben, spornst dich zu produktiven Höchstleistungen an und schmeißt den ganzen Haushalt? Eher nicht, oder? Du nimmst deine Medikamente und legst dich hin. Du schaltest einen Gang herunter, tust für deine Heilung das, was in deiner Macht steht und lebst erstmal so, bis es dir besser geht.

Ähnlich läuft das in depressiven Episoden ab. Wir wollen erstmal nur, dass es uns besser geht. Manchmal dauert es eine Weile, aber irgendwann kommen diese besseren Tage wieder.

Und was machen die Meisten dann?

Nichts.

Wenn es ihnen schlecht geht, wollen sie, dass es ihnen besser geht. Völlig verständlich. Sie tun alles, was sie mit ihrer verbleibenden Kraft tun können, um das zu erreichen.

Und wenn es ihnen gut geht, wollen sie nicht, dass es ihnen wieder schlechter geht. Jetzt tun die meisten Betroffenen alles, um ihre Depression möglichst zu vergessen. Sie leben ihr Leben genauso weiter, wie sie es schon immer getan haben. Sie verändern nichts.

Sie treffen sich mit Freunden, gehen auf Arbeit, machen vielleicht Sport, zocken, schauen coole Serien im Fernsehen und verplempern ihre Zeit auf Facebook und Youtube. Sie leben ihr gewohntes Leben weiter und wollen ihre gute Zeit einfach ausnutzen, um sich gut zu fühlen.

Aber so funktioniert das leider nicht. Das hilft vielleicht eine kurze Zeit, aber resistenter gegen depressive Rückschläge wird man dadurch nicht.

Depression ist keine alleinstehende Krankheit. Sie wird durch keinen Erreger ausgelöst, den man nur aus dem Körper herausspülen muss, um sie endgültig zu besiegen. Sie ist eine Krankheit, die durch die eigene Art und Weise zu leben entstanden ist.

(Eine schwierige Lebenssituation, Wettereinflüsse und genetische Veranlagung sind hier zwar weitere Einflüsse, aber nie die alleinige Ursache.)

Depression ist ein Produkt eines unbewussten Lebens: unserer Glaubenssätze, unserer Denkweise, unseres Selbstwertgefühls und unserer nicht getroffenen Entscheidungen. Eine Depression ist ein Signal des Gehirns, ein Weckruf, der uns wachrütteln soll, damit wir uns wieder liebevoll unserer Seele und unserem angeschlagenen Körper widmen.

Der Weg aus der Depression heraus besteht also im Grunde genommen aus der Arbeit an diesen Bereichen.

 

Während akuter depressiver Episoden können wir diese Arbeit nicht durchführen. Denn dann befinden wir uns in einem stark emotionalen Zustand und wie jeder weiß, ist man in so einem Zustand nicht unbedingt zu geistigen Höchstleistungen fähig. Oder triffst du etwa gute Entscheidungen, wenn du wütend bist (was einfach nur ein anderes Beispiel für einen stark emotionalen Zustand ist)?

Ich zumindest nicht und glaub mir, ich habe es oft genug versucht. Auch in depressiven Episoden.

Aber in Phasen, in denen wir nicht so stark unter unserer Depression leiden, können wir daran arbeiten. Es gibt genügend Menschen, Lektüre, Vorträge und Seminare da draußen, die uns immer wieder einen neuen Impuls geben können, wie wir unser Leben verändern können.

Wie wir unser Selbstwertgefühl steigern. Wie wir unsere Ängste besiegen. Wie wir herausfinden, was wir wirklich wollen. Wie wir unsere negativen Glaubenssätze auflösen und unser Leben in die eigene Hand nehmen.

Aber die meisten Betroffenen tun das nicht. Sie leben ihr Leben einfach so weiter, wie sie es bisher getan haben. Sie versuchen, Stress zu vermeiden, anstatt ihre besseren Zeiten (in denen sie genügend Kraft und Konzentration besitzen) dazu zu nutzen, sich ihm zu stellen.

Auf die Anfangsfrage bezogen: DAS ist der Grund, warum ich meine Depression am Ende besiegen konnte. Warum diese Zeit ständiger Rückschläge irgendwann ein Ende hatte.

Ich habe es zu einem Teil meines Lebens gemacht, mich auch mit etwas wichtigerem zu befassen, als nur mit Arbeit, Spaß, Musik und Sport.

Ich habe mir Hörbücher über psychische Stärke und den richtigen Umgang mit Ängsten gekauft. Ich habe mir Bücher zu den Themen Selbstbewusstsein und Mann-Sein gekauft. Ich habe das Internet nach Themen, wie “Glücklich werden”, “Ängste besiegen”, “Disziplin steigern” und “negative Denkmuster auflösen” abgesucht. Ich habe mir Voträge auf Youtube zu diesen Themen angeschaut.

Ich habe mich immer öfter den Themen meiner Persönlichkeit gewidmet, die mich belastet haben. Meinem Gefühl der Wertlosigkeit, meinem fehlenden Selbstbewusstsein, meinem fehlenden Durchsetzungsvermögen, meinem Gefühl, unattraktiv zu sein und meiner nicht vorhandenen Selbstdisziplin zum Beispiel.

Ich habe mir Zeit genommen, mich mit der Entwicklung meiner PERSÖNLICHKEIT zu beschäftigen. Das hatte ich vorher noch nie getan, denn bis dato ging es immer nur um Schule, Zukunft, Feiern, Fernsehen, Sport und Musik.

Aber natürlich habe ich mich diesen Dingen trotzdem noch gewidmet. Wäre ja sonst lagweilig…

Auch dann, wenn sie mich manchmal wieder etwas überfordert haben und ich danach das Gefühl hatte, auf meinem Weg zum Glücklichsein wieder von vorn anfangen zu müssen. Aber dieses Gefühl wurde mit der Zeit immer schwächer, denn, wie ich heute weiß: Das Unterbewusstsein lernt immer mit. Ob man es schon spürt oder nicht.

Und nach und nach hat sich das Puzzle dann zusammengefügt. Du musst nicht versuchen, “deine Depression zu heilen”. Sie heilt sich von selbst, wenn du anfängst, dich in deinem Leben um mehr zu kümmern, als nur um dein Ansehen, deinen Erfolg und das Vermeiden des Unangenehmen.

 

Also, Hand aufs Herz: Wie verbringst du die Tage, an denen es dir verhältnismäßig gut geht?

Sei ehrlich zu dir selbst, denn hier geht es nicht darum, mir oder anderen etwas vorzeigen und beweisen zu können. Hier geht es nur um dich und darum, wie lange du noch mit deinen Depressionen zu kämpfen haben willst.

Arbeitest du am meisten an deinem INNEREN oder an deinem ÄUSSEREN Leben?

Zum Schluss noch ein kleines Geheimnis von mir: Ich weiß nicht, ob das vielleicht manchmal so rüberkommt, aber auch ich bin nicht immer so stark, dass ich jede Phase seelischer Überforderung sofort aus eigener Kraft beenden kann.

Aber für genau diese Phasen habe ich eine Reihe von Internet-Videos, Hörbüchern und Songs angesammelt, von denen ich weiß, dass sie mich wieder auf den richtigen Weg führen und etwas in meinem Kopf “Klick” macht, wenn ich sie mir nur lange genug anschaue und anhöre. Es sind zum Teil Vorträge zu bestimmten Themen (wie Glück, Motivation, Beziehungen, etc.) und zum anderen Teil Medien, die mich emotional einfach mitreißen und mich motivieren, wieder etwas für mich zu tun.

Ich glaube nicht, dass es mich “schwach” macht, dass ich manchmal Hilfe von “außen” brauche. Es hilft mir und nur darauf kommt es an. Auch auf deinem Weg heraus aus der Depression kommt es nur auf eines an: Was du tust, muss für DICH gut sein. Für niemand anderen sonst.

Ich hoffe, ich konnte die Anfangsfrage ausreichend beantworten und dir vielleicht auch einen kleinen Impuls geben, hier und da einen neuen Weg einzuschlagen.

Nachdem dieser Newsletter wieder etwas länger ausgefallen ist, hab ich gerade richtig Bock auf frische Luft… also werde ich mich erstmal in meinen Michelinmännchen-Wintermantel packen und dann lesen wir zwei gutaussehenden Prachtexemplare der Menschheit uns nächste Woche wieder!

Alles Liebe,

dein Arne

(Heute mal wieder ein etwas umfangreicherer, aber dafür NOCH informativerer Newsletter. Gib es zu, du willst es doch auch ;-) Also Facebook und Handy stummschalten und los gehts!)

Ich hatte heute ein herzzerreißendes Erlebnis! Eigentlich nichts Schlimmes… aber vielleicht findest du dich ja in meiner kurzen Erzählung selbst wieder.

Ich hatte heute wieder einen Massagetermin. Es ist immer schön, wenn man einen Teil seiner Gesundheit mal für eine Weile an jemand anderen abgeben kann und wie du vielleicht weißt, wenn du oft am Schreibtisch sitzt: diese Arbeit verspannt! Auf meinem Nacken könnte man zurzeit Ziegelsteine zerschlagen, so fest ist meine Muskulatur…

Aber egal! *Fokuswechsel* Zurück zur Geschichte von heute.

Meine Therapeutin ist offensichtlich noch nicht lange im Geschäft, deswegen hat sie ein paar grundlegende “Fehler” gemacht, die den Massageerfolg am Ende um bestimmt 50% verringert haben.

Dazu kommt, dass ich ziemlich genau weiß, was mir gut tut und da ich selbst Physiotherapeut bin, weiß ich auch, welche Fehler man möglichst schnell nicht mehr machen sollte. Also fange ich an, ihr zu sagen, was ich gerne anders hätte….

Aber ich habe die Rechnung ohne das typische Wesen von Menschen in Heilberufen gemacht (MICH damals mit eingeschlossen) !

Man überlebt von Komplimenten, dem vorzeigbaren Behandlungserfolg und der Anerkennung der Patienten. Nochmal: Das schreibe ich ohne Bewertung, ich war genauso…

Manchmal bekommt man aber auch Gegenwind: Während du wirklich ALLES in deiner Macht stehende tust, um deinen Patienten mit einem Lächeln nach Hause zu schicken, kommt jemand und fängt an, dir zu erzählen, was du falsch machst… in diesem Fall war ich das. Aber schon nach dem ersten Satz musste ich kurz stocken. Ich konnte meiner (durchaus noch jungen) Therapeutin nur noch schwer in die Augen schauen… Warum?

Stell dir vor, dich schaut jemand mit diesem Blick an:

**aktivere Bilder, um das Bild zu sehen** – Bildquelle: pixabay.com –

Sie hat sich wirklich jedes Wort von mir SEHR zu Herzen genommen.

Oh mein Gott, war das herzzereißendend… aber da half nix. Ich weiß zwar selbst haargenau, wie sich Kritik in dieser Situation anfühlt, aber ich wusste was ich will und habe weiter geredet. Mit jedem Satz hatte ich das Gefühl, ihr ein Messer Zentimeter für Zentimeter immer tiefer in den Bauch zu rammen. Die Ohren senkten sich immer weiter, der Blick versteinerte sich immer mehr…

Früher hätte ich einfach aufgehört zu reden und sie einfach so weitermachen lassen, wie bisher, um sie nicht weiter zu belasten. Aber mittlerweile habe ich gewisse Standards, die ich nunmal einfach nicht aufgeben möchte. Und nebenbei hatte ich auch einfach Recht…

Kennst du das auch? Entweder…

1. reagierst du übersensibel auf Kritik oder…

2. du hältst dich zurück, aus Angst, deinem Gegenüber wehzutun.

Beide Reaktionen sind nicht gerade hilfreich, oder? Denn in den meisten Fällen geht es nur um Fakten. Keiner will dem anderen wehtun, sondern nur helfen, die Situation für sich und den Anderen etwas angenehmer zu gestalten.

Was wäre anders, wenn du in so einer Situation nicht mehr so sensibel reagieren würdest?

Wenn dich jemand kritisiert und du es nicht als Angriff auf deine Persönlichkeit werten würdest? Wenn du innerlich ruhiger bleibst und dich auf die tatsächlichen Fakten konzentrierst?

Wenn du einfach das tust, was getan werden muss? Wenn du die Reaktion des Anderen auf deine geäußerte Kritik nicht persönlich nimmst, egal ob er wütend oder traurig wird?

Diese Frage solltest du dir wirklich einmal stellen: Was wäre dann anders? Wie würde das Gespräch verlaufen? Wie würde das Gespräch enden?

Und vor allem: was kannst du tun, um nicht mehr so sensibel zu reagieren?

Tausend mögliche Antworten… ich will dir hier aber meinen persönlichen Favoriten vorstellen. Es ist ein einfacher 2-Schritte-Plan, um in bestimmten Situationen nicht mehr so sensibel zu reagieren:

1. Warum tust du das?

Diese Frage ist so wichtig, dass ich sie am liebsten unter jedes Plakat auf der Straße schreiben würde. Rufe dir immer wieder ins Bewusstsein, WARUM du die Dinge tust, die du tust.

Warum willst du dieses Gespräch führen? Warum bist du an diesem Ort? Warum machst du diese Arbeit? Warum soll sich dein Kind so oder so verhalten?

Wer sein WARUM kennt (nämlich einen konkreten FAKT, den man verwirklichen will), der lässt sich nicht so leicht aus der Bahn bringen. Der ist einfach stärker und hat bessere Laune, weil er den SINN seines Handelns ständig vor Augen hat.

Im Falle meiner Therapeutin:

Mögliches WARUM #1: “Ich will meine Patienten unbedingt von ihren Schmerzen befreien.”

Mögliches WARUM #2: (legitim, auch wenn es das eigene Leben etwas schwerer macht) “Ich will hier einfach nur mein Geld verdienen.”

In beiden Fällen hätte sie meine Kritik an ihrer Behandlungsweise nicht so sehr verletzt. Im ersten Fall hätte sie es als Hinweis erkannt, wie sie ihr Ziel noch besser erreichen kann und im zweiten Fall wäre ihr mein Kommentar schlichtweg egal gewesen und eiskalt den Buckel runtergerutscht. Da nichts davon der Fall war, nehme ich an, dass sie sich diese Frage noch nie ernsthaft gestellt hat. Wenn ich sie das gefragt hätte, wäre wahrscheinlich die typische Antwort gekommen: “Ich mag es einfach, Menschen zu helfen.” Übersetzt: “Ich habe keinen blassen Dunst, aber ich glaube, dass du mich magst, wenn ich sage, dass ich Menschen gerne helfe, weil das unsere Gesellschaft ja so vorgibt, richtig?”

Jedenfalls wäre das vor drei Jahren noch meine eigene ehrliche Antwort gewesen.

Wichtig: Mach dir das “Warum” BEWUSST. Du musst es KENNEN und jederzeit ABRUFBEREIT haben. Zum Beispiel: Warum liest du meinen Newsletter? Nein, ehrlich: Warum?

Ich meine… du gibst gerade einen Teil deiner wertvollen Zeit ab, indem du diesen Newsletter liest. Hast du eine Antwort darauf… ?

2. Gehe davon aus, dass dein Gegenüber verletzt reagieren wird und nimm dir vor, trotzdem dein Ziel zu verfolgen.

Stell dir genau vor, wie Leute reagieren könnten, die deine Absicht nicht verstehen. Und dann gehe davon aus, dass sie so reagieren.

WARUM könnte der Andere so reagieren/ Welche Gründe für ein Missverständnis gibt es von seiner Seite aus? Was könntest du noch einfühlsamer formulieren? Wie könntest du deine Nachricht klarer und unmissverständlicher rüberbringen?

Bereite dich einfach emotional darauf vor, den anderen mit deiner Kritik zu verletzen, damit du nicht in Panik gerätst und plötzlich deine eigenen Werte verrätst, wenn du eine sehr emotionale Reaktion vom Anderen bekommst.

 

Natürlich gibt es noch andere Wege, das eigene Selbstbewusstsein und die Innere Stärke zu steigern, aber dazu werde ich dir in den nächsten Wochen noch etwas mehr erzählen.

Bis dahin nur noch eine Nachricht von mir:

Mach dich bereit, trotz der Vorbereitung immer wieder sensibel zu reagieren. Wir Menschen sind einfach Gefühlswesen. Wir können noch so sehr versuchen, unsere Außenwelt mit Regeln und bestimmten Verhaltensweisen zu kontrollieren, das Leben wird uns immer zeigen, wo es in unserem Inneren noch wehtut. Nimm diese Momente als das an, was sie sind:

Ein Fingerzeig an den Ort, an dem du eine NOCH bessere, NOCH stärkere, NOCH erfahrenere, NOCH attraktivere, NOCH selbstbewusstere und NOCH unglaublichere Version von dem wirst, was du jetzt sowieso schon bist.

Heute bist du es übrigens wieder ganz besonders! Mannomann, du strahlst ja richtig! Lass mich raten: Du hast heute wieder die Entscheidung getroffen, dich den Hindernissen in deinem Leben einfach zu stellen? Ehrlich, verletzlich offen und vor allem: selbstbestimmt?

Ja, eindeutig! Diese Ausstrahlung haben nur echt lebende Menschen.

Ich bin echt stolz, dich hier zu haben…

Nächste Woche.

Genau hier.

Genauso ehrlich, selbstbestimmt und unheimlich attraktiv, wie du es jetzt auch bist.

Ich freue mich auf dich!

Alles Liebe,
dein Arne

Comments 8

  1. Hallo Arne,

    Volltreffer,nur so geht’s.Das habe ich mir zu Herzen genommen,sobald es mir wieder etwas besser geht.

    Gruß Uwe

  2. Hallo Arne, vielen Dank für deine Arbeit zum Thema Depression. Als Betroffener kann ich deinen Denkansätzen zustimmen. Sie sind in der Situation der Depression eine gute Möglichkeit den Weg zu einer Lösung oder zumindest einer Besserung zu finden.
    Das Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen den eigenen Gedanken und der Depression ist eine wichtige Erkenntnis zur Bewältigung der Krankheit. Wenn man sich ausserdem darüber bewusst ist, dass der Weg aus der Krankheit Geduld braucht und man noch einige Stunden des körperlichen und geistigen Leids aushalten muss und den ein oder anderen Rückschlag erfährt, dann wird man merken dass eine Besserung oder sogar eine Heilung möglich ist. Die kleinen Erfolge auf dem Weg geben einem auf jeden Fall das Gefühl Kontrolle über die Krankheit zu bekommen.

  3. Lieber Arne Tempel,
    ich beschäftige intensiv seit 4 Jahren mit der Definition, der Erklärung und Überwindung depressiver Verstimmungen und Zustände im Zusammenleben. Deine beschriebenen Wege aus Depressionsgeschichte geben Kraft und Hoffnung selbst etwas gegen die schlimme Lähmung und das Gefühl der depressiven Ohnmacht zu unternehmen.
    Jeder von uns hat die Möglichkeit eine Methodik und einen realistischen Weg zu finden und zu gehen. Wenn die Umsetzung auch nicht gleich am ersten Tag klappt. Man kann versuchen, die Ausdauer zu stabilisieren. Es kann Gelingen den Schmerz, die Ängste und die Problematik anzugehen, in dem man sie erkennt, in seinem privaten Bezugskreis anspricht und dort hingeht, wo einem wirklich geholfen wird. Natürlich wird man auch mit Widerständen konfrontiert. Ein Leben mit Mut ist besser. WL

  4. Hallo Arne,
    vielleicht kannst du in deinem nächsten Newsletter mal erklären, was der Satz heißt:
    Das leben zieht an mir vorbei.
    Das würde mich mal interessieren was damit gemeint ist.
    Gruß Lisa

  5. guten tag, arne.
    ich bin auf deine person gekommen, weil ich deine ausführungen zum thema ,,abhängigkeit von anderen menschen” gefunden habe.
    kannst du mir wohl sagen, ob es möglich ist, einen menschen bewusst und mit bestimmten mitteln von sich abhängig zu machen?
    wenn ja, was sind diese mittel?
    und kann das dann auch wieder rückgängig gemacht werden?
    lg ramona

  6. Post
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    Hallo Ramona,

    auf die erste Frage werde ich aus den offensichtlichen Gründen nicht antworten :-)

    Aber ja, es ist möglich, sich wieder unabhängig zu machen, indem man sich bewusst macht, DASS man sich von der anderen Person abhängig macht, in welchen Situationen man das macht und sich Strategien dazu überlegt, wie man für sich selbst eine Entscheidung in dem jeweiligen Moment treffen kann. Mach dir am besten vorher klar, was du tun möchtest. Versuche auch nicht, das Verhalten des anderen Menschen ändern zu wollen, sondern konzentriere dich auf deine eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Gib dir selbst das, was du von dem anderen bekommst :-)
    Alles Liebe
    Arne

  7. Lieber Arne, ich habe vor ca. 2 Wochen deine Website entdeckt und mich für den Newsletter angemeldet. In einem waren bereits Tipps für Angehörige enthalten und ich möchte dich noch um etwas mehr bitten.
    Seit 4 Wochen ist mein Lebensgefährte in einer tiefen Depression. Ihm ist alles egal, er spürt sich selbst nicht mehr, hat keine Emotionen mehr für mich und keinerlei Freude an seinem Leben. Er fokussiert sich nur noch auf die Arbeit und lässt dort die Reste seiner Energie – seine Prägung ist “durchziehen bis es erledigt ist auch über eigenen Grenzen hinaus”. Vorher war er ein 120% Gefühlsmensch und er sagte immer, ich sei seine Energiequelle und er würde viel Kraft durch mich schöpfen.
    Wir haben ein Haus im Neubau gekauft, in das wir vor 4 Wochen eingzogen sind, und das hat ihn in die Knie gezwungen. Der schleppende Burnout, den er schon lange mit sich herum trägt, hat nun gesiegt. Ich habe große Angst, dass der Burnout seine Gefühle für mich tötet und ich den Mann meines Lebens verliere. Denn leider bin ich nicht mehr sein Anker oder sein Halt, er macht alles mit sich aus und ist total weit weg irgendwo tief in sich selbst. Er ist physisch da und ich vermisse ihn furchtbar, weil von dem Mann, den ich kenne, gerade gar nichts mehr zu sehen ist. Der 120% Gefühlsmensch ist auf 0% reduziert.
    Mein einziger Lichtblick, er möchte seinen Zustand ändern und wird in Kürze in Therapie gehen. Und ihm ist bewusst, dass sein Bewertungssystem gerade nicht normal funktioniert und wird keine voreilige Entscheidung treffen.

    Vielleicht ist es vermessen hier mein Leid zu klagen, schließlich ist er der Kranke, nicht ich. Aber auch ich habe meine Geschichte, leide unter seinem Zustand und fühle mich vom Leben betrogen. Mein Selbst-Management versagt gerade kläglich, da ich nichts sehe, an dem ich festhalten kann und dass mir das Durchhalten leichter macht.

    Mit lieben Grüßen,
    Andrea

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