Über Arne

Hi,Arne_0113

mein Name ist Arne Tempel und ich danke dir, dass du dir die Zeit nimmst, das hier zu lesen. Allein dadurch weiß ich, dass du es wahrscheinlich ernst meinst. Dass du wirklich etwas an deinem Leben ändern willst. Dass du keine Lust mehr hast, dir die vielen schönen Momente deines Lebens von den Auswirkungen deiner Depression versauen zu lassen.

Und glaub mir, ich kenne diese Auswirkungen nur zu gut…

Ich war vor mittlerweile bald sieben Jahren selbst tief depressiv. Ich war ständig am Grübeln, hatte NULL Selbstbewusstsein, habe mich selbst in großen Menschengruppen extrem einsam gefühlt und war so sensibel, dass mich jede Kritik oder Beleidigung innerlich zerrissen hat. An eine halbwegs angemessene oder vielleicht sogar intelligente, schlagfertige Antwort war überhaupt nicht zu denken. Ich hatte das Gefühl, keine Macht über mein Leben zu haben, ich dachte, bestimmte Menschen zu “brauchen”, damit es mir endlich besser geht und wenn ich alleine war, ging es mir plötzlich immer schlechter, egal wie gut es mir gerade eben noch ging. In diesem großen Wirrwarr aus nie endenden Gedanken und niederschmetternden Gefühlen habe ich mich irgendwann nur noch komplett leer gefühlt, wie eine Hülle, die anscheinend nie das zu bieten hatte, was eigentlich drin sein müsste.

Ich stand ein paar Mal nur wenige Zentimeter vor der Klippe und habe es im Grunde nur einer Aufeinanderfolge von glücklichen Zufällen zu verdanken, dass ich den letzten Schritt nie gegangen bin, der mein Leben viel zu früh beendet hätte… Das war vor sieben Jahren…

Heute bin ich hier, um dir zu zeigen:

ES GEHT AUCH ANDERS!

Das Gefühl, dass es wahrscheinlich immer so bleiben wird, lügt dich an! Depression ist NICHT unheilbar, auch wenn das oft behauptet wird. Ich glaube zwar, dass diese Leute das Richtige meinen, aber es irgendwie unglücklich ausdrücken. Dieses tiefe, niederschmetternde Gefühl, das du während deiner Depression oft fühlst, du weißt schon, dieses Gefühl, dass einfach alles keinen Sinn hat, weil sich ja doch nichts ändert… dieses Gefühl wird dich noch oft im Leben begleiten. ABER:

Wenn du weißt, wie du mit diesem emotionalen Tief umgehen musst, dann wird es nicht mehr sein, als nur eine kleine Ablenkung von ein paar Tagen…

…UND DANACH WIRST DU DICH MIT JEDEM MAL NOCH STÄRKER, NOCH SELBSTBEWUSSTER, NOCH GLÜCKLICHER UND OPTIMISTISCHER FÜHLEN, ALS VORHER.

Heute GENIESSE ich mein Leben aufs Vollste. Ja, ich genieße sogar die Zeiten, in denen mir das Leben völlig unerwartet das Bein stellt. Zeiten, in denen man sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen möchte, in denen man noch nicht sieht, wie es weitergehen soll und vor allem nicht, wohin. Ich liebe es, so vom Leben herausgefordert zu werden, denn dank der Techniken, die ich dir im Depressions-Coach vorstellen werde, habe ich die GEWISSHEIT, dass es mir am Ende immer noch besser gehen wird als vorher. Das wäre vor sieben Jahren nie vorstellbar gewesen. Veränderungen waren für mich unvorstellbar! Ich wollte zwar, dass sich etwas verändert, aber ich hatte nie den Mut oder das Durchhaltevermögen, etwas richtig anzupacken. Beziehungsweise wusste ich meistens nicht mal, WAS sich genau verändern sollte.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Ich weiß jetzt, wie man mit schlechten Zeiten umgeht. Mit belastenden Gefühlen. Mit nie endenen Gedankenkarussellen. Mit unvorhergesehenen Veränderungen und schwierigen Situationen. Ich habe herausgefunden, wie man dem Teufelskreis der Depression entkommt und vor allem: wie man nicht ständig wieder hineinrutscht.

Schlechte Zeiten kommen immer. Doch sie müssen dich nicht immer innerlich lähmen. “Jede Krise ist eine Chance” ist zwar eine viel zu oft gebrauchte Binsenweisheit, doch sie kann auch für dich Realität werden, wenn du weißt, wie du mit den Krisen in deinem Leben genau umgehen musst.

Und jetzt bin ich hier, um dir zu zeigen, wie du das konkret schaffen kannst. Ich habe dabei nicht nur die Methoden in den Depressions-Coach gepackt, die mir selbst geholfen haben, sondern ich habe die letzten sechs Jahre damit verbracht herauszufinden, was auch anderen ehemals-Depressiven geholfen hat und WARUM diese Techniken so wirksam waren. Das Ergebnis sind nun ein Selbsthilfe-Programm und ein Online-Kurs, die dir helfen sollen, deine Depression zu verstehen, sie zu überwinden und dich vor Rückschlägen zu schützen.

Ich hoffe, ich sehe auch dich gleich im Mitgliederbereich!

Alles Liebe,

Unterschrift_Arne

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Alter Schwede… die letzten 7 Tage waren eine Achterbahnfahrt…

Erstmal DANKE für die vielen Antworten auf meine Umfrage von letzter Woche! Ich habe damit eine wirklich tolle Einsicht in euer Leben und die Themen, bei denen ihr nicht weiter wisst, bekommen. Auf eine Frage, die besonders oft kam (Wie gehe ich am besten mit depressiven Angehörigen um?) gehe ich hier am Ende dieser Email gleich ein.

Und damit komme ich schon zu dieser unglaublich lehrreichen Woche, in der ich einige Dinge endlich tief in mir drin verstanden habe, die ich als reine Fakten eigentlich schon vorher wusste.

Kennst du diese Momente, in denen du realisierst, dass schon wieder ein ganzes Jahr vorbei ist… aber irgendwie gar nicht verstehst, wie das so schnell passieren konnte? Du hast einerseits das Gefühl, dass du in diesen 12 Monaten um 10 Jahre gealtert bist, aber gleichzeitig war diese Zeit so unglaublich schnell vorbei. Aber vielleicht geht das auch nur mir so…

Jedenfalls hatte ich so eine WOCHE. Es sind nur 7 Tage vergangen, es fühlt sich an, als wäre der letzte Donnerstag erst gestern gewesen, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass sich ein gesamtes Jahr an Erfahrung in diese eine Woche gezwängt hat. Was das alles war? Lies:

1. Wenn du anfängst, ECHT zu leben, dann veränderst du dich… wahnsinnig!

Depressionen, Burnout und eigentlich jedes niederschmetternde Tief haben fast immer einen Auslöser, vielleicht hast du das schon am eigenen Leib erfahren. Vor allem wenn du Erfahrungen mit Depression gemacht hast, erinnerst du dich sicher noch an den Auslöser. Prüfungszeit, Geburt, Liebeskummer, Kündigung,… die mögliche Liste ist unendlich lang.

Habe ich dir den Auslöser meiner Depression von damals eigentlich schon erzählt? Wenn nicht, hier ist er. Bitte beachte: „Auslöser“. Nicht „Grund“.

Es war meine damalige „beste Freundin“, in die ich verliebt war. Wie jeder Mann weiß: Horror! Warum? Weil du weißt, du kannst sie nicht haben (in der Friendzone gibt es nunmal keine Leidenschaft…), aber trotzdem ist sie ständig präsent und mehr als das: sie ist auch noch nett und verständnisvoll zu dir. So ein Mist!

Ja, dieses Mädchen hatte damals unfreiwillig eine Lawine in meinem Inneren losgetreten, die mein gesamtes Leben entscheidend verändern sollte. Selbst als ich meine Depression überwunden hatte, hat mich der bloße Gedanke an die Anwesenheit dieser Frau für einen kurzen Moment gleichzeitig wohlig verliebt, aber auch vollkommen machtlos und sogar etwas leer fühlen lassen. Die Gefühle, die ich damals ständig hatte.

Jetzt hatte ich sie ein paar Jahre lang nicht gesehen und auch keine Gedanken an sie verschwendet. Aber letztes Wochenende war ich in der Heimat und wen treffe ich da? Ein Kopf kleiner als ich, lange braune Haare, immer noch ein umwerfendes Lächeln und sie stand genau vor mir.

Ich bin innerlich erstarrt. Instinktiv kam der Gedanke: „Oh nein, gleich fühle ich mich wieder scheiße und das Gespräch wird absolut seltsam!“.

Und weißt du, was dann passiert ist?

Nichts.

Wir standen da, haben uns unterhalten, miteinander gelacht und ich habe nicht einmal versucht, sie nicht so unendlich attraktiv und absolut liebenswert zu finden, wie sie es schon immer war und bis heute geblieben ist. Ich war innerlich völlig ruhig und gelassen. Und das, obwohl ich vor nur 7 Jahren noch zusammen mit meinem Kumpel Jay heulend einen Song über sie geschrieben habe, der mir heute noch einen Schauer über den Rücken jagt, wenn ich ihn höre.

Dieser Auslöser meiner Depression, der Anker meines depressiven Gefühlschaos, lässt mich heute absolut kalt. Wenn mir das jemand vor 7 Jahren gesagt hätte, hätte ich das nicht geglaubt. Es war unvorstellbar für mich, dass aus mir jemals dieser innerlich ruhige, lebensfrohe und vor allem optimistische Typ werden würde, der ich heute bin.

Und das alles nur, weil ich angefangen habe, mein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Wie ich es damals aus der Depression heraus geschafft habe, gebe ich jetzt im Depressions-Coach weiter und ich freue mich immer wieder über die neuen Rückmeldungen von den Leuten, die den Kurs schon gemacht haben. Danke für euer Vertrauen und ich bin verdammt stolz auf euch!

Fazit: Veränderung passiert nicht einfach so. Sie muss von DIR begonnen werden… Aber sie lohnt sich! Ich bin der lebende Beweis dafür. In nur wenigen Jahren kann sich dein Leben komplett zum Besseren verändern.

2. Vergebung ist hart. Aber sie ist die Mühe wert.

Da dieses Wochenende Weinfest in Meißen (meiner alten Heimat) war, habe ich nicht nur meine alte beste Freundin, sondern auch jede Menge alter Schulkameraden wiedergesehen. Da ich in der Schule lange Zeit gemobbt wurde, gab es natürlich jede Menge Frust, den ich mit mir herumgeschleppt habe. Immer, wenn ich bestimmte Personen gesehen habe, musste ich tief durchatmen und mich zusammenreißen, ihnen nicht ständig schnippische Kommentare entgegenzuwerfen. Alles, was sie gesagt haben, hat mich irgendwie aufgeregt. Ich nehme an, das kennst du auch… bei manchen Menschen bekommst du völlig automatisch Gedanken wie eine zickige kleine Göre…

Die letzten Jahre habe ich aber damit verbracht, herauszufinden, WARUM ich bestimmten Menschen gegenüber immer noch so einen Frust verspüre. Ich habe hinterfragt, wo meine Gefühle herkommen und warum sie dieser Jemand immer wieder bei mir auslöst.

Das hat sich gelohnt, denn heute kann ich in Gegenwart dieser Leute ruhig bleiben und muss mich dabei noch nichtmal anstrengen. Die einstigen bösen und verurteilenden Gedanken sind einer inneren Ruhe und einem ehrlichen Verständnis gewichen. Das fühlt sich tausend Mal besser an, als der Frust, den ich vorher hatte.

Das Gegenteil habe ich aber bei einigen alten Schulkameraden gesehen. Sie maulen sich gegenseitig passiv-aggressiv an, werfen sich wohlüberlegte Argumente und dämliche Kommentare an den Kopf, einer versucht „erwachsener“ zu wirken als der Andere und am Ende gehen beide geknickt aus der Situation heraus. Nach außen hin gefasst, beinahe arrogant, aber innerlich zerstört.

Und warum? Weil sie noch nicht bereit sind, ihren Stolz herunterzuschlucken und anzuerkennen, dass es keinen Sinn hat, sich vor jemandem profilieren zu wollen. Denk nur an all die potenziell schönen Momente und die frustrierten Stunden nachher, die dir verloren gehen, nur weil du dich über Menschen aufregst, die eigentlich selbst auch keine Ahnung haben, was sie tun und (GENAU WIE DU UND ICH) doch nur so angenommen und geliebt werden wollen, wie sie sind.

Wo hast DU denn noch ungeklärte Konflikte mit alten Freunden, Ex-Partnern oder Familienmitgliedern? Vielleicht wird es an der Zeit, einmal herauszufinden, WARUM sie das tun, was sie tun? Vielleicht erkennst du ja, dass sie oftmals nicht viel anders sind als du…

3. Du kannst einem depressiven Angehörigen nicht helfen (jedenfalls nicht so, wie du es bis jetzt versucht hast)

Hast du jemanden in deinem Bekannten-/ Verwandtenkreis, der depressiv ist? Ich rede hier übrigens speziell von nahestehenden Personen, wie Freunden, Partnern oder Familienmitgliedern.

Vielleicht bist du selbst nicht depressiv und hast 100 gute Ratschläge, weil du ja ganz genau weißt, was er oder sie (ich bleibe der Einfachheit halber ab jetzt bei „er“) machen müsste, um nicht mehr so unglücklich zu sein. Du siehst, wie er sich verhält, weißt in ungefähr, wie er sich fühlt und erkennst von außen auch die Gründe dafür.

Vielleicht hast du auch selbst Erfahrungen mit Depression und möchtest ihm gerne mit deinen Erfahrungen helfen. Du weißt, was DIR gut tut und willst ihm das mit auf den Weg geben. Manchmal würdest du ihn auch am liebsten zu seinem Glück zwingen, ihn einfach mitreißen, weil es dich regelrecht aufregt, dass er nicht aus seinen Fehlern lernt.

Aber all das wird nicht funktionieren. Und das hat 2 Gründe.

Grund Nr. 1:

Das eigentliche Problem in dieser Situation hat nicht dein depressiver Angehöriger. Wenn du dich in der Gegenwart deines depressiven Angehörigen wirklich schlecht oder hilflos fühlst, wenn du ihm NICHT hilfst, dann ist das nicht sein Problem, sondern deines. Punkt.

Es ist hart, aber wahr. Dieses Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit gegenüber Menschen, die Hilfe benötigen, dieser Drang, das Leben des Anderen besser zu machen, ist DEIN Problem. Mach es nicht zum Problem deines Angehörigen, indem du ihm mit guten Ratschlägen helfen willst, die er (seien wir ehrlich) sowieso nicht befolgen wird. (Zumindest im Fall von Depressionen. Menschen, die einfach nur mal frustriert sind, können Hilfe meistens etwas besser annehmen)

Was du dagegen tun kannst:

Meditiere. Sorge dafür, dass du DEIN Leben in den Griff bekommst. Fühle deine eigenen Gefühle, anstatt mit anderen mitzuleiden. Schreibe deine Gedanken auf und lies sie dir danach nochmal durch. Oft erkennst du dadurch, dass sie eigentlich totaler Schwachsinn sind (Sind sie übrigens nicht nur bei dir. Ich könnte haufenweise Container mit alten beschriebenen Blättern von mir füllen, die Gedanken enthalten, für die ich mich selbst jahrelang in die Gummizelle gesteckt hätte…). Du brauchst auch mal eine Auszeit vom Einfluss deines Angehörigen, deswegen stelle sicher, dass du dir regelmäßig Zeit für dich nimmst. Auch, wenn der Andere gerade „eigentlich deine Hilfe braucht“.

Es weiß es ist hart. Aber versuch es. Und dann versuch es weiter. Und weiter…

Grund Nr. 2:

Es ist nicht deine Aufgabe, deinem Angehörigen aktiv aus der Depression heraus zu helfen. Warum? Ganz einfach. Wenn du selbst Erfahrungen mit Depressionen hast (oder sogar gerade jetzt depressiv bist), dann weißt du es ja schon:

Man möchte einfach nur so angenommen werden, wie man ist. BESONDERS VON SEINEN ENGSTEN ANGEHÖRIGEN!

Jemandem unbedingt helfen zu wollen, heißt, ihn verändern zu wollen.

Jemanden verändern zu wollen, heißt, dass man ihn nicht so annehmen kann, wie er ist.

Du kannst jemandem nur dann aktiv und mit Ratschlägen helfen, wenn er mit dieser Bitte aus eigenem Antrieb an dich herantritt. Solange er dazu aber noch nicht bereit ist:

Zeige ihm, dass du bei ihm bist, auch wenn es manchmal schwierig ist. Versuche, herauszufinden, warum er sich so fühlt, wie er sich fühlt. Stelle ihm Fragen, wie es ihm geht, auch wenn sich die Antworten immer zu wiederholen scheinen. Und ganz wichtig: Lass es zu, dass seine Antworten in deinen (und irgendwann auch in seinen) Augen manchmal KEINEN SINN MACHEN! Das ist nunmal so, wenn der Kopf mit niederschmetternden Gedanken und scheinbar unendlichen Problemen vollgestopft ist.

Stelle ihm Fragen, aber verurteile ihn nicht, wenn du den Zusammenhang hinter seinen Antworten nicht verstehst. Verurteile ihn nicht, wenn er deine Versuche, an ihn heranzutreten, gerade nicht annehmen will. Vielleicht KANN er es gerade einfach nicht.

Behandle ihn nicht wie ein kleines Kind, nur weil es ihm schlecht geht. Übertriebene Fürsorglichkeit kann nicht nur unglaublich nervig, sondern auch niederschmetternd sein. Oder fühlst du dich wertgeschätzt und bestärkt, wenn dich jemand wie ein kleines naives und hilfloses Kind behandelt? Sei so natürlich und ehrlich wie möglich, aber auch verständnisvoll. Rechne damit, dass er manchmal im ersten Moment kein Verständnis für deine Ehrlichkeit haben wird.

„Und wie gehe ich mit Selbstmordgedanken von ihm um?“

Ja, das kann einen ganz schön fertig machen. Du merkst, dass etwas nicht in Ordnung ist, und hast Angst, dass er sich etwas antut. Gleichzeitig willst du ihn aber auch nicht drängen oder ihm einen Floh ins Ohr setzen, der vorher noch nicht da war. Also, was tun? Ganz einfach: Sprich es an.

Warum? Weil er dann mit diesen Gedanken nicht mehr allein ist, die er MIT SICHERHEIT schon hatte. Er merkt (vielleicht auch erstmal nur unbewusst), dass sich Andere um ihn sorgen und dass dieses Tabuthema offen zum reden auf dem Tisch liegt. „Bellende Hunde beißen nicht“ oder so ähnlich… Aber ganz wichtig: Nimm seine Gedanken ERNST! Mach dich nicht in seiner Gegenwart darüber lustig, reiße keine Witze darüber, um die Stimmung aufzulockern. Zeige ihm, dass du Angst hast, dass er sich etwas antut. Das fühlt sich für die meisten Betroffenen sehr gut an, da du damit einen Gegenbeweis gegen ihre abwertenden Gedanken über sich selbst erbracht hast.

Akzeptiere ihn so, wie er ist. Wenn du das (noch) nicht kannst, dann finde heraus, wo der Ursprung deiner Gefühle in diesen Momenten liegt. Lerne, dich im Angesicht seines, oft die Richtung wechselnden, Gefühlssturmes trotzdem zu entspannen. Bleib bei dir, nimm seine Ausbrüche nicht persönlich.

Denn damit gibst du ihm ein sicheres Gefühl. Das Gefühl, dass er so, wie er gerade ist, völlig in Ordnung ist. Erst DANN hat er die Chance, sich selbst zu helfen. Wenn der Sturm draußen am heftigsten weht, ist man am dankbarsten für die stillen, warmen Orte, die einem noch bleiben.

Lerne, dieser stille, warme Ort für dich selbst zu sein. Und dann gib diese Wärme an Andere weiter. Das ist die beste Art, wie du einem depressiven Angehörigen tatsächlich helfen kannst.

Alles Liebe,

dein Arne

Comments 11

  1. Hallo Arne,

    Volltreffer,nur so geht’s.Das habe ich mir zu Herzen genommen,sobald es mir wieder etwas besser geht.

    Gruß Uwe

  2. Hallo Arne, vielen Dank für deine Arbeit zum Thema Depression. Als Betroffener kann ich deinen Denkansätzen zustimmen. Sie sind in der Situation der Depression eine gute Möglichkeit den Weg zu einer Lösung oder zumindest einer Besserung zu finden.
    Das Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen den eigenen Gedanken und der Depression ist eine wichtige Erkenntnis zur Bewältigung der Krankheit. Wenn man sich ausserdem darüber bewusst ist, dass der Weg aus der Krankheit Geduld braucht und man noch einige Stunden des körperlichen und geistigen Leids aushalten muss und den ein oder anderen Rückschlag erfährt, dann wird man merken dass eine Besserung oder sogar eine Heilung möglich ist. Die kleinen Erfolge auf dem Weg geben einem auf jeden Fall das Gefühl Kontrolle über die Krankheit zu bekommen.

  3. Lieber Arne Tempel,
    ich beschäftige intensiv seit 4 Jahren mit der Definition, der Erklärung und Überwindung depressiver Verstimmungen und Zustände im Zusammenleben. Deine beschriebenen Wege aus Depressionsgeschichte geben Kraft und Hoffnung selbst etwas gegen die schlimme Lähmung und das Gefühl der depressiven Ohnmacht zu unternehmen.
    Jeder von uns hat die Möglichkeit eine Methodik und einen realistischen Weg zu finden und zu gehen. Wenn die Umsetzung auch nicht gleich am ersten Tag klappt. Man kann versuchen, die Ausdauer zu stabilisieren. Es kann Gelingen den Schmerz, die Ängste und die Problematik anzugehen, in dem man sie erkennt, in seinem privaten Bezugskreis anspricht und dort hingeht, wo einem wirklich geholfen wird. Natürlich wird man auch mit Widerständen konfrontiert. Ein Leben mit Mut ist besser. WL

  4. Hallo Arne,
    vielleicht kannst du in deinem nächsten Newsletter mal erklären, was der Satz heißt:
    Das leben zieht an mir vorbei.
    Das würde mich mal interessieren was damit gemeint ist.
    Gruß Lisa

  5. guten tag, arne.
    ich bin auf deine person gekommen, weil ich deine ausführungen zum thema ,,abhängigkeit von anderen menschen“ gefunden habe.
    kannst du mir wohl sagen, ob es möglich ist, einen menschen bewusst und mit bestimmten mitteln von sich abhängig zu machen?
    wenn ja, was sind diese mittel?
    und kann das dann auch wieder rückgängig gemacht werden?
    lg ramona

  6. Post
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    Hallo Ramona,

    auf die erste Frage werde ich aus den offensichtlichen Gründen nicht antworten :-)

    Aber ja, es ist möglich, sich wieder unabhängig zu machen, indem man sich bewusst macht, DASS man sich von der anderen Person abhängig macht, in welchen Situationen man das macht und sich Strategien dazu überlegt, wie man für sich selbst eine Entscheidung in dem jeweiligen Moment treffen kann. Mach dir am besten vorher klar, was du tun möchtest. Versuche auch nicht, das Verhalten des anderen Menschen ändern zu wollen, sondern konzentriere dich auf deine eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Gib dir selbst das, was du von dem anderen bekommst :-)
    Alles Liebe
    Arne

  7. Lieber Arne, ich habe vor ca. 2 Wochen deine Website entdeckt und mich für den Newsletter angemeldet. In einem waren bereits Tipps für Angehörige enthalten und ich möchte dich noch um etwas mehr bitten.
    Seit 4 Wochen ist mein Lebensgefährte in einer tiefen Depression. Ihm ist alles egal, er spürt sich selbst nicht mehr, hat keine Emotionen mehr für mich und keinerlei Freude an seinem Leben. Er fokussiert sich nur noch auf die Arbeit und lässt dort die Reste seiner Energie – seine Prägung ist „durchziehen bis es erledigt ist auch über eigenen Grenzen hinaus“. Vorher war er ein 120% Gefühlsmensch und er sagte immer, ich sei seine Energiequelle und er würde viel Kraft durch mich schöpfen.
    Wir haben ein Haus im Neubau gekauft, in das wir vor 4 Wochen eingzogen sind, und das hat ihn in die Knie gezwungen. Der schleppende Burnout, den er schon lange mit sich herum trägt, hat nun gesiegt. Ich habe große Angst, dass der Burnout seine Gefühle für mich tötet und ich den Mann meines Lebens verliere. Denn leider bin ich nicht mehr sein Anker oder sein Halt, er macht alles mit sich aus und ist total weit weg irgendwo tief in sich selbst. Er ist physisch da und ich vermisse ihn furchtbar, weil von dem Mann, den ich kenne, gerade gar nichts mehr zu sehen ist. Der 120% Gefühlsmensch ist auf 0% reduziert.
    Mein einziger Lichtblick, er möchte seinen Zustand ändern und wird in Kürze in Therapie gehen. Und ihm ist bewusst, dass sein Bewertungssystem gerade nicht normal funktioniert und wird keine voreilige Entscheidung treffen.

    Vielleicht ist es vermessen hier mein Leid zu klagen, schließlich ist er der Kranke, nicht ich. Aber auch ich habe meine Geschichte, leide unter seinem Zustand und fühle mich vom Leben betrogen. Mein Selbst-Management versagt gerade kläglich, da ich nichts sehe, an dem ich festhalten kann und dass mir das Durchhalten leichter macht.

    Mit lieben Grüßen,
    Andrea

  8. Post
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  9. Hallo Arne, seid Oktober leide ich nun wieder an einer Depression. Hinzu kommen noch aggressive Zwangsgedanken ;-( das ist schon eine echt miese Kombination. Glaubst du,wenn das eine besser wird,das dadurch auch das andere besser wird? Kennst du dich mit ZG aus? Ich möchte so gerne das Leben wieder lieben und nicht nur als Kampf sehen ;-(

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